Bandenwerbung

Bandenwerbung bezeichnet die Werbeflächen auf Werbebanden direkt am Spielfeldrand, bzw. am Rand von Rennstrecken bei Sportveranstaltungen. Auf einem Fußballfeld können etwa 240 "laufende Meter" Banden direkt entlang der Seitenlinie platziert werden. Darüber hinaus werden vor allem im Profi-Sport inzwischen häufig auch zweite Bandenreihen, "Eckbanden" und so genannte "Off-Banden" vermarktet. Off-Banden befinden sich sozusagen auf der Rückseite der klassischen Banden und sind nur von der Tribüne aus zu sehen. Da sie somit bei TV-Übertragungen so gut wie nie im Bild zu sehen sind, sind sie in der Regel deutlich günstiger als normale Banden.

Bandenwerbung ist eines der wirtschaftlich wichtigsten Elemente des Sport-Sponsorings. Für Sponsoren ist Bandenwerbung eines der einfachsten Mittel, im Umfeld von Sport-Veranstaltungen Sichtbarkeit zu erreichen. 

Bandenwerbung erreicht häufig einen deutlich geringeren Tausender-Kontakt-Preis (TKP) als klassische Plakatwerbung ("Out of Home"-Werbung). Das liegt an zwei Effekten:

  1. Bei Sport-Veranstaltungen, die im Fernsehen übertragen werden, sind die Banden häufig für ein sehr großes Publikum im Hintergrund der Sport-Übertragung zu sehen. So wird schnell eine extrem hohe Reichweite erzielt.
  2. Gerade im Amateursport werden Banden häufig für eine sehr lange Laufzeit gebucht. Dadurch ist der Werbeschriftzug sehr viel länger zu sehen als bei klassischer Plakatwerbung und kann in diesem längeren Zeitraum auch von mehr Personen wahrgenommen werden. Insbesondere wenn bestehende Banden-Sponsorings verlängert werden, sind die Kosten vergleichsweise niedrig, da keine Produktionskosten für die Herstellung der Bande mehr anfallen.

Ein häufiger Einwand gegen Bandenwerbung ist, dass die der Schriftzug des Sponsors auf der Bande nicht immer bewusst wahrgenommen wird. Dies gilt jedoch genauso für klassische Plakatwerbung, Print-Werbung und fast alle anderen Werbeformate. Um einen Werbe-Erfolg zu erreichen ist es jedoch auch gar nicht notwendig, dass eine Bande bewusst wahrgenommen wird. Wenn das Auge den Schriftzug und das Logo des Sponsors sieht, werden diese Informationen unterbewusst verarbeitet und gespeichert. Folgendes Beispiel verdeutlicht den Effekt:

Klempnerei-Betrieb Meier hat sehr gute Erfahrungen mit Sport-Sponsoring gemacht. Seit mehreren Jahren bucht der Betrieb jeweils zwei Banden in den Stadien aller umliegenden Sportvereine. Dadurch hat der Betrieb es geschafft, von vielen potenziellen Kunden aus dem Stadtteil unbewusst wahrgenommen zu werden. Inhaber Erik Meier ist sich bewusst, dass dadurch wenig direkte Aufträge generiert werden. Der indirekte Effekt ist jedoch umso größer. Meier erklärt: "Kaum jemand ruft proaktiv einen Klempner an, weil er irgendwo unseren Schriftzug gesehen hat. Wer denkt sich schließlich schon: 'Oh, da wirbt ja ein Klempner - den könnten wir ja mal wieder bei uns vorbeischauen lassen!'? Nein, der Effekt ist viel subtiler. Die Kunden rufen uns nur an, wenn sie einen konkreten Bedarf haben - zum Beispiel weil mal wieder ein Rohr kaputt gegangen ist. In diesen Notfallsituationen schauen die Kunden auf Google oder im Telefonbuch nach Klempnern in ihrer Nähe. Sie sehen in der Regel eine Liste mit den 10-15 Betrieben, die es hier im Umfeld gibt. Dadurch, dass sie unseren Namen und unser Logo über Jahre immer wieder gesehen haben, kommt ihnen unser Betrieb viel bekannter vor. Die Kunden haben von vornerein ein höheres Vertrauen zu uns, ohne zu wissen, wieso. Aus der Liste mit 15 Betrieben, die grundsätzlich alle die gleiche Leistung anbieten, wählen sie daher unseren aus und rufen uns zuerst an. Dadurch konnten wir unseren Umsatz erheblich nachhaltig steigern."

Preis: Der Preis einer Bande liegt bei einer Laufzeit von einem Jahr normalerweise bei rund 1.000 €. Hierzu kommen natürlich noch die Produktionskosten von rund 300 € ,  die allerdings meistens vom Sponsor getragen werden. In der Bundesliga verlangen die Vereine allerdings Preise von bis zu 200.000 Euro , je nach Größe und Präsenz im Fernsehen. (Quelle: Handelsblatt).

Quellen:


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